photo byJürgen Knoth

Claudia Guarín

Sopran.

Sängerin, Wort- und Sprachenverliebt, Köchin, Strickerin, Gärtnerin und Mutter aus Leidenschaft. Ich bin in Bogotá, Kolumbien, geboren, wo ich meinen Drang zum Ausdruck von frühester Kindheit an verfolgte. Das Singen war immer da. Über Gitarestunden und folkloristische Tänze kam ich zum Kinderchor, von dort, zum Jugendsymphonie-Orchester.

Schliesslich war ich Bratschistin des Philharmonischen Orchester von Bogotá und gleichzeitig debütierte ich als Sopran bei Donizettis “Liebestrank” an der Kolumbianischen Oper. Danach führte mich mein Weg nach Wien, wo ich mein Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst absolviert habe und von wo aus ich meinen Pfad als Opern-, Oratorien- und Liedsängerin gegangen bin. Seit kurzem erst - mit Familie und eigenem Garten - in Niederleis zu Hause, geht nun die Reise weiter.

photo by Sandra Schartel

Dolphi Danninger

Architekt. Tenor.

Das erste Mal war ich mit 6 Jahren in der Oper - in der Wiener Stattsoper. Meine Eltern hatten sehr gute Karten gekauft und wir hatten Sitze in der ersten Reihe, Balkon Mitte. Ich war allerdings zu klein, um über die Balustrade zu sehen. So verbrachte ich "Le Nozze di Figaro (die Hochzeit des Figaro von Mozart) stehend - ca. 4 Stunden. Nicht lange danach habe ich begonnen regelmässig und immer öfter in die Oper zu gehen - diesmal aber wirklich am Stehplatz - Gallerie Seite Rechts, mit wunderbaren Blick auf das Orchetser und sehr guter Akkustik. Meine Lieblingsoper mit 8 Jahren war Salome von Richard Strauss und Die Regimentstocher von Gaetano Donizetti.

Diese Liebe zur Oper und meine Lateinprofessorin am Piaristengymnasium haben dazu geführt, dass ich schon sehr früh begonnen habe das gesamte Opernrepertoir durchzusingen - vorzugsweise am Klo und meistens die Tenorarien, weil diese so schön emotional waren. Mit 14 hatte ich dann meinen ersten öffentlichen Auftritt bei einem Schulkonzert für die Rumänienhilfe. Ich sang die Gralserzählung aus Wagners Lohengrin - a capella.

Parallel dazu hatte ich mein Interesse für die Malerei, das Zeichnen und "Ordnen" von Räumen - die Architektur - entdeckt. Leider war es aufgrund des Schulsystems nicht möglich ofiziell Musik- und bildnerische Erziehung zu besuchen. Ich habe dennoch beide Unterrichte besucht. Inofiziell. Durch das Hin- und Herlaufen zwischen den beiden Klassenräumen.

Mit 16 kam dann die erste "Aufnahmsprüfung" in dieJugendkantorei der Musikuni Wien (damals noch Hochschule für Musik u. darstellende Kunst). Nach der Matura begann ich dann gleichzeitig das Gesangsstudium (vorerst für 2 Jahre an der Hochschule für Musik Wien, dannach am Konservatorium der Stadt Wien) sowie das Architekturstudium an der Technischen Universität Wien. Um mir das Leben zu finanzieren hatte ich eine gemischte Klavierklasse (6 - 16 Jährige) an der Neulandschule Wien. Es war eine schöne - wennauch doch anstrengende Zeit - mit 2 fordernden Studien und einer 20 wochenstündigen Anstellung.

Dennoch eine schöne Zeit. Ich erinnere mich an die Gesangstunden mit Kammersänger Jewgenij Nesterenko (ein russischer Bass mit wunderbarer Musikalität und einer internationalen Weltkarriere), die immer - wegen meiner anderen Betätigungen - am Ende des Tages angesetzt waren. Ich spazierte dann mit Nesterenko aus dem Konservatorium um 21:00 Uhr, hinter uns wurde die Tür zugesperrt und wir plauderten über Architektur (er war ebenso Bauingenieur) und die Welt.

In den Sommermonaten dieser Lebensjahre habe ich dann immer sehr ausgedehnte Rucksackreisen in entfernte Weltgegenden unternommen. Diese haben mich nachträglich geformt und geprägt. 

Eines Tages, nach so einer Reise, kommt plötzlich Claudia Guarin zu einer Party in meine Wohnung und damit in mein Leben. Von da an ist es jeden Tag schöner und glücklicher geworden. Nach dem zweiten Kind kam dann der Wunsch einen Ort zu schaffen, wo man Malerei und Musik, Architektur und Tanz, Kaffee und Photografie präsentieren und darüber referieren kann, zusammenkommt und sich austauscht. Konzerte und Vorträge. Ja, ein bisserl so wie im 19. Jahrhundert die Salons der Wiener Ringstrasse. Aber dann doch auch ein bisserl anders. Eben so wie der KULTURSALON NIEDERLEIS.

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